28.03.2026

Kommunale Finanzen – Echte Selbstverwaltung statt Geisel der Landespolitik

Wir Jungen Liberalen Westfalen-West sehen die Kommunen als das Fundament unserer
 Demokratie und unseres Gemeinwesens. Sie sind die erste Anlaufstelle für die
 Bürgerinnen und Bürger und tragen maßgeblich zur Lebensqualität in unserem Land bei.
 Doch viel zu oft werden sie durch eine verfehlte Landes- und Bundespolitik in
 finanzielle Schieflagen getrieben, die ihre Handlungsfähigkeit und Selbstverwaltung
 massiv einschränken. Wir fordern daher eine grundlegende Neuausrichtung der
 kommunalen Finanzen, die es den Kommunen ermöglicht, eigenverantwortlich zu handeln
 und ihren Aufgaben im Sinne der Bürgerinnen und Bürger gerecht zu werden.

 Wir bekennen uns zu einer konsequenten kommunalen Schuldenbremse, die eine solide und
 nachhaltige Finanzpolitik gewährleistet. Dabei muss jedoch die kommunale
 Schuldenbremse mit Augenmaß umgesetzt werden. Es darf nicht sein, dass notwendige
 Investitionen in die Infrastruktur, Bildung und Daseinsvorsorge aufgrund starrer
 Regelungen unterbleiben. Daher fordern wir eine Überprüfung und Flexibilisierung der
 kommunalen Schuldenbremse, die es den Kommunen ermöglicht, in zukunftsweisende
 Projekte zu investieren, ohne ihre langfristige finanzielle Stabilität zu gefährden.
 Dabei muss eine klare Abgrenzung zwischen investiven und konsumtiven Ausgaben
 vorgenommen werden, um nachhaltige Finanzpolitik zu fördern. Zudem fordern wir eine
 konsequente Anwendung des Konnexitätsprinzips, welches besagt, dass wer bestellt,
 auch zahlt. Das heißt, wenn Bund oder Land den Kommunen Aufgaben überträgt, muss der
 jeweilige Auftraggeber auch für die vollständige Finanzierung dieser Aufgaben
 aufkommen. Es darf nicht sein, dass die Kommunen durch Bundes- oder Landesgesetze und
 -verordnungen zu immer neuen Aufgaben verpflichtet werden, während die
 Finanzierungslast bei ihnen hängen bleibt. Wir fordern Transparenz und eine faire
 Aufteilung der finanziellen Verantwortung zwischen Bund, Ländern und Kommunen.

 Viele Kommunen sind durch Altlasten in Form von Schulden aus der Vergangenheit
 belastet, die ihre Handlungsfähigkeit massiv einschränken. Daher fordern wir eine
 nachhaltige Altschuldenlösung, die es den Kommunen ermöglicht, diese Schuldenberge
 abzubauen und ihre Finanzen zu sanieren. Auch wenn eine umfassende Altschuldenlösung
 auf Landesebene erfolgen muss, ist dies für uns der einzig richtige Weg. Wir fordern
 die Landesregierungen auf, sich dieser Verantwortung zu stellen und gemeinsam mit den
 Kommunen tragfähige Lösungen zu erarbeiten. Weiter fordern wir die Abschaffung aller
 Fördermaßnahmen
des Landes zugunsten einer direkten und bedarfsgerechten
 Finanzausstattung. Fördermaßnahmen sind oft bürokratisch, intransparent und fördern
 ineffiziente Strukturen. Anstatt die Kommunen durch immer neue Fördertöpfe zu
 gängeln, brauchen sie eine verlässliche und freie Finanzierung, die ihnen ermöglicht,
 ihre Aufgaben eigenverantwortlich wahrzunehmen.

 Schließlich fordern wir eine Erhöhung der Schlüsselzuweisungen und eine Anpassung des
 Verteilungsschlüssels, der sicherstellt, dass die finanziellen Mittel bedarfsgerecht
 bei den Kommunen ankommen. Die Verteilung muss sich an den tatsächlichen Bedürfnissen
 und Herausforderungen der einzelnen Kommunen orientieren und darf nicht durch starre
 Vorgaben verzerrt werden. Wir fordern, dass die Kommunen als eigenverantwortliche
 Akteure ernst genommen werden und die Möglichkeit erhalten, ihre Finanzen nachhaltig
 und zukunftsorientiert zu gestalten. Nur so können wir eine starke und lebendige
 kommunale Selbstverwaltung gewährleisten.

 Wir Jungen Liberalen Westfalen-West sind überzeugt, dass diese Maßnahmen unerlässlich
 sind, um die kommunale Selbstverwaltung zu stärken und den Kommunen die nötige
 finanzielle Basis für ihre Aufgaben zu geben.

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